Vertriebsoutsourcing: eine Alternative zur Vertriebsabteilung?

Gerade im Rechnungswesen ist ein Trend zum Outsourcing des Geschäftsbereiches zu erkennen. So wurden in den letzten Jahren verstärkt Abteilungen für Rechnungswesen und Gehaltsabrechnung an qualifizierte Anbieter ausgelagert.

Der Trend könnte nun auch auf das Vertriebswesen übergehen. Vertriebsoutsourcing lautet das Stichwort. Die Argumente für eine Auslagerung bleiben die Gleichen – ob nun Buchhaltung oder Vertrieb. Durch die Outsourcing – Maßnahmen können Kosten gespart werden. Das Unternehmen kann durch die Maßnahme zum Beispiel Heizungs- Strom- oder auch Mietkosten auf die freiberuflichen Handelsvertreter oder Makler auslagern. Zudem haben Freiberufler für Unternehmen den Vorteil, dass sie, anders als eigene Mitarbeiter, verstärkt der marktlichen Konkurrenz ausgesetzt sind. Kosten für Mitarbeitermotivation und -verwaltung können so eingespart werden. Und auch Zahlungen in die Kassen der Sozialversicherungen entfallen für den Arbeitgeber.

Die Unternehmen zeigen sich mit den Erfolgen bei Buchhaltungsauslagerungen und Vertriebsoutsourcing durchaus zufrieden. Über 40 Prozent der Unternehmen haben aktuell bereits Aufgaben des Rechnungswesens an Fremdunternehmen vergeben. Insbesondere werden die Fremdunternehmen von mittelständischen oder großen Unternehmen im Bereich der Entgeltabrechnung eingesetzt. Und auch die Beschäftigung von selbstständigen Handelsvertretern nimmt zu.

Vertriebsoutsourcing: Verstärkter Schutz von Handelsvertreter und Co. Wird gefordert

Gerade im Zusammenhang mit dem Thema Kündigungsschutz wird das Vertriebsoutsourcing, in der Öffentlichkeit immer wieder kritisiert. Durch Abteilungsauslagerungen können zum Beispiel, nach Meinung der Kritiker, Bestimmungen des Kündigungsschutzes oder auch Arbeitszeitregelungen umgangen werden. Die auf Auftragsbasis engagierten Arbeitskräfte müssten demnach weit mehr Arbeitsleistung erbringen, um ihre Position behalten zu können.

Insbesondere im Bereich des Vertriebsoutsourcing zeigen sich Probleme. Die Vergabe von Betriebsaufgaben erfolgt hier häufig nicht an juristische Personen, die ihrerseits Träger von Arbeitgeberpflichten sind, sondern an private Personen. Und diese sind folglich der Konkurrenz besonders stark ausgeliefert.

Fest steht, dass es in der Tat gesetzliche Lücken bezüglich des Rechtsverhältnisses zwischen Unternehmen und den Dienstleistern in ausgelagerten Bereichen gibt. In den nächsten Jahren ist aber eine Anpassung des rechtlichen Rahmens zu erwarten. Arbeitsgerichte nehmen sich der Thematik zunehmend an. So geht aus einem Urteil des Arbeitnehmergerichts Frankfurt hervor, dass Handelsvertreter unter gewissen Voraussetzungen Arbeitnehmerrechte geltend machen.

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