In drei Schritten Versicherungsmakler werden

Um Versicherungsmakler zu werden, musste man bis 2007 keinen gesetzlichen Vorgaben folgen. Mit der Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie in Deutschland wurde dieser Beruf zu einer zulassungs- und registrierungspflichtigen Tätigkeit. Welche Voraussetzungen dieser Beruf nun verlangt, erfahren Sie hier auf Handelsvertreter.net.

Seit 2007 gelten durch die EU-Vermittlerrichtlinie in Deutschland einige Voraussetzungen um Versicherungsmakler zu werden. © Handelsvertreter.net

Dank der Gewerbefreiheit benötigten angehende Versicherungsmakler vor 2007 lediglich einen entsprechenden Gewerbeschein, um sich in diesem Berufsfeld etablieren zu können. Seit der Einführung der EU-Vermittlerrichtlinie dagegen muss sich jeder werdender Versicherungsmakler bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) registrieren und für seine Zulassung drei Voraussetzungen erfüllen: die Vermögensverhältnisse müssen geordnet und die persönliche Zuverlässigkeit gegeben sein, außerdem müssen ein Sachkundennachweis und der Nachweis einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bei der zuständigen Stelle vorgezeigt werden.

Die Voraussetzungen im Detail um Versicherungsmakler zu werden

Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse bilden den Grundstein um erfolgreich in der Versicherungsmaklerbranche einsteigen zu können. Ausgeschlossen werden Personen, die in den letzten 5 Jahren vor Antragsstellung wegen eines Verbrechens oder Diebstahls, einer Unterschlagung, Erpressung, Betruges und Untreue, Geldwäscherei, Urkundenfälschung, Hehlerei, Wucher Tätigkeiten oder wegen einer Insolvenzstraftat rechtskräftig verurteilt wurden. Ungeordnete Vermögensverhältnisse herrschen dann vor, wenn ein Insolvenzverfahren gegen den Anwärter eröffnet wurde und ein Insolvenzgericht oder ein Vollstreckungsgericht, ihn in dem zu führende Verzeichnis gelistet hat.

Die geforderte Sachkunde, die im Zuge der Erlaubnispflicht von jedem verlangt wird, der Versicherungsmakler werden will, kann durch die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann (IHK) eingeholt werden. Zusätzlich zu dem Sachkundenachweis, muss mindestens eines der folgenden Abschlusszeugnisse vorgelegt werden:

Abschlusszeugnis

  • eines Studiums der Rechtswissenschaft
  • eines betriebswirtschaftlichen Studienganges der Fachrichtung Versicherungen
  • als Versicherungskaufmann oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzen
  • als Versicherungsfachwirt oder als Fachwirt für Finanzberatung (IHK)

Abschlusszeugnis

  • als Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn eine Ausbildung als Bank- oder Sparkassenkaufmann abgeschlossen wurde
  • als Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn eine allgemeine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen wurde
  • als Finanzfachwirt (FH), wenn ein weiterbildendes Zertifikatsstudium an einer Hochschule abgeschlossen wurde und darüber hinaus eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung vorliegt

Abschlusszeugnis

  • als Bank- oder Sparkassenkaufmann
  • als Investmentfondskaufmann
  • als Fachberater oder für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung vorliegt.

Die Vermögensschadenhaftpflicht ist auf eine Mindestversicherungssumme von 1.130.000 Euro pro Versicherungsfall und 1.700.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres Pflicht. Diese Summen werden seit Januar 2013 jährlich an die Änderungen des europäischen Verbraucherpreisindexes angepasst. Dem Verband der Deutschen Versicherungsmakler ist dabei wichtig, dass der Maklerbegriff der Gewerbeordnung und des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) nicht mit dem Berufsbild des VDVM ident ist da werdende Versicherungsmakler der VDVM Gegenüber des Versicherers und dem Versicherungsnehmer unabhängig sind. Zudem sind die Mitglieder der VDVM durch die weitaus höheren Anforderungen Qualitäts-Makler. Beendet ein Vertreter sein Dienstverhältnis, steht ihm nach der Ausgleichsberechnung dem Gesetz zufolge eine zusätzliche Provision für die Schaffung dauerhafter Verträge zu.

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