Perspektive Selbstständigkeit: Durchstarten mit staatlicher Förderung

Wer sich für die Selbstständigkeit entscheidet, hat oft schon länger eine Geschäftsidee im Kopf, scheut manchmal jedoch die finanziellen Risiken, die bürokratischen Hürden oder verfügt nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel. Dabei kann die Selbstständigkeit mit einer Förderung gelingen.

Die Möglichkeiten die Existenzgründung oder Selbstständigkeit durch eine staatliche Förderung abzumildern, sind äußerst vielfältig. Die konkrete Förderung für ein solches Unterfangen hängt dabei vor allem vom Status des sogenannten Gründers ab.

Selbstständigkeit mit Förderung von der Arbeitsagentur

Wer aus einer bestehenden Arbeitslosigkeit selbstständig werden möchte, kann sich zur Beratung und Beantragung von Fördermitteln an die Arbeitsagenturen wenden. Der Gründungszuschuss ist dabei der Nachfolger der bekannten Ich-AG. Grundvoraussetzung für die Bewilligung der Förderung zur Selbstständigkeit ist ein Restanspruch auf mindestens drei Monate Arbeitslosengeld sowie die Vorlage eines umfassenden und unabhängig geprüften Businessplanes. Fachkundige Stellen, wie Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, oder Fachverbände, prüfen beispielsweise Businesspläne auf ihre Tragfähigkeit.
Bei einem positiven Bescheid zahlt die Arbeitsagentur für maximal neun Monate ein Betrag in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes I. Außerdem erhalten Gründer in dieser Zeit einen Zuschlag von 300 Euro im Monat für die soziale Absicherung. Sollte die Arbeitsagentur nach neun Monaten den Antrag noch einmal verlängern, wird für weitere sechs Monate nur noch der Zuschlag von 300 Euro gezahlt. Wer Arbeitslosengeld II bezieht, kann als Existenzgründer ebenfalls gefördert werden. Das dafür vorgesehene Einstiegsgeld soll vor allem den Schritt aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus in die Selbstständigkeit fördern. Wenn Sie arbeitslos sind, dürfen Sie auch nebenberuflich selbstständig sein. Die nebenberufliche Selbstständigkeit darf jedoch 15 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Vom Lohn bleiben 165 Euro im Monat anrechnungsfrei.

Ergänzende Förderung der Selbstständigkeit

Wer schon selbstständig ist, aber nicht genug verdient, kann ergänzendes Arbeitslosengeld II in Höhe des normalen ALG II-Satzes beantragen. Der genaue Betrag richtet sich dabei nach den tatsächlichen Miet- und Heizkosten und den persönlichen Freibeträgen. Alle Einkünfte werden außerdem auf das Arbeitslosengeld angerechnet und Antragsteller dürfen nur sehr wenig Geldvermögen besitzen.

Förderung von Unternehmensberatungen

Selbstständige, die mit ihrem Unternehmen bereits ein Jahr am Markt sind, können die Hilfe von Unternehmensberatern in Anspruch nehmen. Die Förderung der Selbstständigkeit wird dazu als Zuschuss vom Bund zu den Beratungskosten geleistet. Förderungswürdig sind allgemeine Beratungen zu allen Fragen der Unternehmensführung und spezielle Beratungen, beispielsweise zu Innovationen, zur Gewerbesteuer oder zum Qualitätsmanagement. Für allgemeine sowie spezielle Beratungen besteht ein Beratungskontingent von jeweils insgesamt 3.000 Euro, jedoch nicht mehr als 1.500 Euro je Beratung.

Dieser Beitrag wurde unter Ratgeber veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>