Handelsvertreter und ihre beruflichen Freiheiten

Gegenwärtig gewinnt der Ausbau des Außendienstsektors zunehmend an Bedeutung. Damit sind gute Einstiegschancen im Bereich der Handelsvertretung gegeben.

Handelsvertreter gemäß HGB

Handelsvertreter ist, wer zwischen Wirtschaftsunternehmen und Kunden als selbstständiger Gewerbetreibender Geschäfte vermittelt und abschließt. Die gesetzlichen Grundlagen regelt das HGB ab Paragraf 82 ff. Vor allem die Paragrafen 87 und 88 sind von Bedeutung. Der Provisionsanspruch ist an dieser Stelle festgelegt und regelt die Rechte des Handelsvertreters, nach welchen der Anspruch seine Fälligkeit erst nach Ausführung des Geschäfts und Vertragsabschlusses erlangt. Die Höhe der Provision richtet sich nach vertraglichen Vereinbarungen.

Die Arbeitszeiten des Handelsvertreters bestimmen die Provisionen

Potenzial hinsichtlich Kundenberatung und Akquise ist von Vorteil. Eine hohe Arbeitsbereitschaft und Engagement sind ebenso Voraussetzungen. Es darf nicht ungeachtet gelassen werden, dass man sich Verträge hart erarbeiten muss. Auch bei einem „Nein“ darf die Motivation nicht verloren gehen. Der Handelsvertreter genießt die Freiheit eines Selbstständigen und kann über seine Arbeitszeiten – bis auf wenige rechtliche Ausnahmen – selbst entscheiden. Je nach Branche können die Hauptarbeitszeiten variieren. Während Industriegüter vermehrt zu den „normalen“ Hauptgeschäftszeiten vertrieben werden, müssen Handelsvertreter, die Privatkunden oder Kleinstunternehmen als Zielgruppe ansprechen, sich eher auf die Abendstunden konzentrieren. Eine gesetzliche Wochenstundenanzahl existiert nicht. Auch die Urlaubsregelung trifft der Handelsvertreter in seinem Unternehmen selbstständig.

Soziale Absicherung von Handelsvertretern

Da Handelsvertreter vor dem Gesetz als selbstständige Unternehmer gelten, sind auch entsprechende Abgaben zu zahlen. Sämtliche Sozialversicherungsbeiträge müssen entsprechend der geltenden Vorschriften entrichtet werden. Als Selbstständige sind Handelsvertreter zum Eintritt in eine private Krankenversicherung gezwungen. Weitere Sozialabgaben sind für die Unternehmer nicht vorgesehen, können jedoch freiwillig abgeschlossen werden.

Durchschnittlich kann man in dieser Branche 3.279 EURO (Frauen: 2.650 EURO; Männer 3.369 EURO) verdienen. Frauen sollten sich demnach der Verdienstunterschiede von knapp 22%, im Gegensatz zum anderen Geschlecht, bewusst sein.

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