Handelsvertreter und Gewerbesteuer

Häufig wird angenommen, dass es sich bei Handelsvertretern aufgrund ihrer Selbstständigkeit um Freiberufler handelt. Anders als der Begriff „freier Handelsvertreter“ es vielleicht vermuten lässt, gehört der Beruf jedoch nicht zu den freien Berufen im rechtlichen Sinne. Da Handelsvertreter Einkünfte aus dem Betrieb eines Gewerbes erzielen, sind sie dazu verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen.

Nach der Einnahme-Überschuss-Rechnung wird der Gewinn der Gewerbetreibenden berechnet, der als Berechnungsgrundlage für die Gewerbesteuer – Zahlung dient. Hierbei wird der Gewinn durch Abzug der Ausgaben von den Einnahmen des Handelsvertreters ermittelt. Zwei Prinzipien sind bei der Berechnung zu beachten – das Zufluss- und das Abflussprinzip. Nach dem Zuflussprinzip müssen Einnahmen steuerlich genau dem Kalenderjahr zugeordnet werden, in welchem sie auf dem Konto des Handelsvertreters eingegangen sind. Korrespondierend regelt das Abflussprinzip, dass die Ausgaben auch dem Kalenderjahr zuzurechnen sind, in welchem der Abzug erfolgte.

Beide Prinzipien entstammen dem Einkommenssteuerrecht und sind damit in ihrer Anwendung rechtsverbindlich. Eine Ausnahme vom Zu- oder Abflussprinzip macht der Gesetzgeber bezüglich regelmäßiger Einnahmen oder Ausgaben, die in einem Zeitraum von höchstens 10 Tagen vor oder nach Jahreswechsel realisiert werden.

Alternative Berechnung der Gewerbesteuer

Als eine mögliche Alternative zur Berechnung der Gewerbesteuer kann auch der sogenannte Betriebsvermögensvergleich herangezogen werden. Allerdings kann diese Methode zur Berechnung der Gewerbesteuer nur angewandt werden, wenn bestimmte Grenzwerte bezüglich Gewinn, Umsatz und Beschäftigtenzahl nicht überschritten werden oder keine gesetzliche Bestimmung zur Anwendung der Einnahme-Überschuss-Rechnung besteht.

Voraussetzung für den Betriebsvermögensvergleich ist eine doppelte Buchführung des Unternehmens oder der Einzelunternehmung. Neben Handelsvertretern bedienen sich auch Land- und Forstwirte und andere Selbstständige dieser Berechnungsmethode.

Wie andere Unternehmen auch ist der Handelsvertreter zur Abgabe einer Steuererklärung zum Ende des Jahres und zu monatlich oder vierteljährlich anfallenden Vorsteuereinschätzungen verpflichtet.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *