Handelsvertreter im Dschungel der Rechtsprechung

Bei kaum einer anderen Berufsgruppe erfordert die Tätigkeit so viel Selbstständigkeit, wie in der Sparte der Handelsvertreter. Jeder ist seines Glückes Schmied könnte man sagen. Schließlich bringt der Beruf des Handelsvertreters auch satte Provisionen und ein hohes Maß an Selbstständigkeit mit sich. Diese Selbstständigkeit verlangt den Vertretern viel Eigeninitiative und letztlich auch eine gewisse Kompetenz ab.

Zuerst einmal setzt dies voraus, dass ein Handelsvertreter um erfolgreich im Berufsleben bestehen zu können die richtigen Tricks und Kniffe im Verkaufsgespräch anwenden muss. Unabhängig von dem zu verkaufenden Produkt muss er mit Selbstvertrauen und Überzeugungskraft auftreten, um zu Vertragsabschlüssen zu gelangen.

Neben diesen selbstverständlichen Grundvoraussetzungen ist aber auch ein hohes Maß an Wissen im Bereich der Rechtsprechung Voraussetzung für ein erfolgreiches Handelsvertreter-Dasein. Keine einfache Angelegenheit bei dem Wust an Rechtsprechungen rund um Vertragsbeziehungen, Provision und Ausgleichsanspruch.

Die Rechtsprechung ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich

Grundlegend sieht die Rechtsprechung vor, dass zwischen Kunden und Handelsvertreter keine Rechtsbeziehung besteht. Der Handelsvertreter fungiert lediglich als Absatzmittler. Das heißt, er schließt Verträge auf den Namen eines Dritten. Etwaige Rechtsansprüche, die dem Kunden aus dem Kaufvertrag entstehen können, kann dieser lediglich gegenüber der Vertriebsfirma geltend machen. Diese Rechtsprechung soll Handelsvertreter schützen und gleichsam unseriösen Geschäftspraktiken der Vertriebsfirmen vorbeugen.

Allerdings sollten Handelsvertreter trotz dieser Regelungen Vorsicht walten lassen. So stellt die Vertretertätigkeit kein, von der Rechtsprechung ungebundenen Freifahrtschein dar. Ausnahmen bestätigen nun mal die Regel – im Falle von Schadensersatzansprüchen oder einer Vertretung ohne Vertretungsmacht kann der Kunde durchaus Ansprüche auf direktem Weg gegen den Handelsvertreter geltend machen.

Im Innenverhältnis, also im Vertragsverhältnis mit dem Unternehmen können außerdem Ansprüche gegen den Handelsvertreter angemeldet werden. Dies kann beispielsweise im Falle von Kundenreklamationen infolge einer Täuschung durch den Handelsvertreter geschehen.

Neben dem wichtigen Aspekt der Vertretung gibt es für Handelsvertreter noch viele andere Bereiche der Rechtsprechung, wie die Rechten und Pflichten der Vertragsparteien oder Regelungen bezüglich Ausgleichspflicht und Provision zu beachten. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, sollte vonseiten des Handelsvertreters unbedingt Rechtsbeistand aufgesucht werden. Hierfür gibt es eigens auf das Feld des Vertreterrechts spezialisierte Fachanwälte.

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