Der Handelsvertretervertrag

Der Handelsvertretervertrag ist ein Vertrag, der zwischen einem Handelsvertreter und dem durch ihn zu vertretenen Unternehmen geschlossen wird. Durch den Vertrag erhält der Handelsvertreter das Recht, im Namen seines Vertragspartners, dessen Produkte zu verkaufen.

Keinesfalls ist der Vertrag mit einem Arbeitsvertrag zu verwechseln. Beide Vertragsformen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. Im Falle eines Handlungsvertretervertrages erhält der Arbeitgeber keine Weisungsbefugnis, dass heißt, der Handelsvertreter bleibt selbstständig.

Gleichwohl trägt das Unternehmen weniger Pflichten gegenüber dem Handelsvertreter. So hat der Handelsvertreter keinerlei Anspruch auf ein monatliches Fixgehalt, insofern diesbezüglich keine vertragliche Vereinbarung vorliegt. Zudem unterliegen Entgelte keinen tariflichen Bestimmungen. Weiterhin ist das Unternehmen nicht zur Erbringung von Einzahlungen in die Sozialversicherung verpflichtet.

Handelsvertretervertrag: Gesetzliche Einschränkungen

Um die vertretenen Unternehmen rechtlich abzusichern, erfüllt der § 86 HGB eine gewisse Schutzfunktion. Demnach hat der Handelsvertreter jedwede Handlung zu unterlassen, welche dem Unternehmen schaden könnte.

Aufgrund des geringen Umfangs an Pflichten sowie weiterer Gründe, wie fehlender gewerkschaftlicher Betreuung der Handelsvertreter, gibt es zum Schutz der Handelsvertreter rechtliche Restriktionen betreffend der Gestaltung der Verträge. Solche Schutzmechanismen sind insbesondere im § 84 HGB eingebaut. Bei der Gestaltung der Verträge sind die Bestimmungen des § 84 unbedingt zu beachten. Andernfalls kann ein geschlossener Handelsvertretervertrag teilweise oder ganz nichtig sein.

Gleichwohl gibt es für Handelsvertreter einige Fallen bei der Vertragsgestaltung zu beachten. Insbesondere sollten sich Berufseinsteiger mit den verschiedenen Provisionsformen auseinandersetzen

Zudem sollte darauf hingewiesen werden, dass die gesetzlichen Pflichten des vertretenen Unternehmens sich nicht auf Spesenzahlungen erstrecken. Ein angehender Handelsvertreter sollte sich also genauesten überlegen, ob der erwartete Ertrag Fahrt- und Verpflegungskosten deckt.

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